Maschinendatenerfassung: Definition
Maschinendatenerfassung (MDE) bezeichnet das systematische Erfassen von Zuständen und Kennzahlen direkt an der Maschine — Betriebszustand (läuft / steht / rüstet), Stückzahlen, Zykluszeiten, Prozesswerte wie Temperatur oder Druck, und Stillstände mitsamt Dauer. Die Daten stammen aus der Maschinensteuerung, von Sensoren oder von einem Bedienterminal und bilden die Rohbasis für Auswertungen wie OEE oder Stillstandsanalysen.
Wichtig: MDE ist die Quelle, nicht das Ergebnis. Ob die erfassten Rohdaten am Ende aussagekräftig sind, hängt davon ab, wie konsequent und wie automatisiert erfasst wird — ein Thema, das wir im Leitfaden zur Stillstandserfassung vertiefen.
MDE vs. BDE: Was ist der Unterschied?
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber unterschiedliche Dinge. Maschinendatenerfassung (MDE) erfasst Daten direkt an der Maschine. Betriebsdatenerfassung (BDE) ist der weiter gefasste Begriff und schließt zusätzlich personal- und auftragsbezogene Daten ein — Arbeitszeiten, Auftragsrückmeldungen, Qualitätsdaten — oft manuell über ein Terminal erfasst.
| Merkmal | MDE — Maschinendatenerfassung | BDE — Betriebsdatenerfassung |
|---|---|---|
| Erfassungsort | Direkt an der Maschine / SPS | Terminal, Werkerplatz, Büro |
| Typische Daten | Zustand, Stückzahl, Zykluszeit, Prozesswerte | Arbeitszeit, Auftragsstatus, Qualität, Personal |
| Erfassungsart | Meist automatisch (Sensorik, Steuerung) | Häufig manuell (Eingabe durch Bediener) |
| Verhältnis | MDE liefert oft die Rohdaten, die in ein übergeordnetes BDE- bzw. MES-System einfließen. | |
In der Praxis verschwimmt die Trennung: Die meisten am Markt angebotenen MDE/BDE-Systeme decken beide Ebenen ab — automatische Maschinendaten und manuelle Rückmeldungen in einem System.
Maschinendatenerfassung auf Englisch
Im englischsprachigen Kontext — etwa in Ausschreibungen internationaler Konzerne oder in der Doku von ERP-Anbietern — heißt Maschinendatenerfassung meist "Machine Data Acquisition" (MDA), teils auch "Machine Data Collection". Der Begriff deckt sich weitgehend mit dem deutschen MDE, wird im englischsprachigen Raum aber seltener als eigenständige Kategorie geführt — dort wird meist direkt von "Manufacturing Data" oder "Machine Monitoring" gesprochen.
Welche Hardware braucht man für Maschinendatenerfassung?
Die nötige Hardware hängt davon ab, was die Maschine bereits kann:
- Maschinen mit digitaler Schnittstelle — OPC UA, Modbus, Siemens S7, Sinumerik oder TwinCAT: Ein Edge-Gateway liest die Daten direkt aus der Steuerung, ohne zusätzliche Sensorik und ohne Eingriff in das SPS-Programm.
- Ältere Maschinen ohne digitale Schnittstelle — Retrofit-Sensorik schließt die Lücke: ein Stromwandler zur Lastmessung, ein Lichttaster für Taktimpulse, oder ein einfaches Signal am Relaisausgang für Läuft/Steht-Zustände.
- Rein manuelle Rückmeldung — ein BDE-Terminal, Tablet oder Touchscreen an der Linie, über das Bediener Zustände und Gründe selbst eintragen.
- Netzwerk — Ethernet oder WLAN zur Anbindung des Gateways; für Bereiche ohne Internetverbindung puffert ein Edge-Gateway lokal und sendet nach, sobald die Verbindung steht.
Details zur protokollseitigen Anbindung gemischter Maschinenparks finden Sie im Use Case Maschinen-Monitoring.
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KOSTENLOSE DEMO TESTENMDE-Systeme im Überblick: Wie ist ein Maschinendatenerfassungssystem aufgebaut?
Unabhängig vom Anbieter folgen die meisten MDE-Systeme dem gleichen Drei-Ebenen-Aufbau:
- 1. Erfassung — Sensorik, SPS-Anbindung oder Terminal an der Maschine liefert die Rohsignale.
- 2. Verarbeitung — ein Gateway oder Server verdichtet Rohsignale zu Maschinenzuständen und Kennzahlen (Zustand, Stückzahl, Stillstandsdauer).
- 3. Auswertung — ein Dashboard oder eine Software macht die Daten nutzbar: OEE, Stillstandsgründe, Schichtreports, Alarmierung.
Am Markt lassen sich grob drei Arten von Maschinendatenerfassungssystemen unterscheiden:
- Reine BDE-Terminals: günstig, aber manuell — die Datenqualität hängt vollständig von der Konsequenz der Bediener ab.
- Klassische MDE/BDE-Systeme als Teil eines MES: umfangreich, aber meist ein eigenständiges IT-Projekt mit entsprechendem Integrationsaufwand.
- Moderne Edge- oder Cloud-basierte Systeme (wie hopit Manufacturing): automatische Erfassung ab der ersten Maschine, unabhängig vom bestehenden IT-System einführbar, mit Live-Dashboards statt nachträglicher Auswertung.