Was ist Software zur Stillstandserfassung?
Software zur Stillstandserfassung zeichnet jeden Zeitraum auf, in dem eine Maschine nicht produziert. Sie erkennt Stopps automatisch am Maschinensignal, stempelt Beginn und Ende sekundengenau, fragt den Bediener nach dem Grund und macht daraus Auswertungen — die häufigsten Stillstandsgründe, Stillstand je Schicht und Maschine, und den Verfügbarkeitsanteil der OEE.
Der Unterschied zum manuellen Protokoll ist nicht Bequemlichkeit, sondern Vollständigkeit. Ein Papier- oder Excel-Protokoll hält fest, woran sich Bediener am Schichtende erinnern. Software hält fest, was tatsächlich passiert ist.
Manuelles Protokoll vs. automatische Stillstandserfassung
Manuelle Erfassung ist ein legitimer Einstieg — unsere kostenlose Excel-Vorlage zur Stillstandserfassung ist genau dafür gebaut, und der Leitfaden zur Stillstandserfassung erklärt, wie Sie Stillstandsgründe sinnvoll strukturieren. Manuelle Protokolle haben aber blinde Flecken, die keine Vorlage behebt:
- Kurzstopps verschwinden. Einen 40-Sekunden-Stau schreibt niemand auf — aber zwanzig davon pro Schicht kosten mehr Zeit als der eine Ausfall, an den sich alle erinnern.
- Dauern werden gerundet. "Ca. 15 Minuten" im Protokoll sind an der Maschine oft 25.
- Gründe werden rekonstruiert. Am Schichtende eingetragen, wird der Grund zu dem, was am einfachsten zu schreiben ist — nicht zu dem, was den Stopp verursacht hat.
- Die Daten kommen zu spät. Bis das Protokoll abgetippt ist, kann niemand mehr reagieren.
Welche Funktionen sollte die Software mitbringen?
- Automatische Stopperkennung — das Maschinensignal markiert Beginn und Ende jedes Stillstands, nicht ein Mensch.
- Schnelle Grunderfassung — steht die Maschine, wählt der Bediener den Grund mit wenigen Klicks am Tablet oder Panel-PC. Dauert es länger, passiert es nicht konsequent.
- Konfigurierbarer Gründekatalog — eigene Stillstandsgründe und Kategorien, damit die Daten so strukturiert sind, wie Ihr Betrieb über Verluste denkt.
- Geplant vs. ungeplant — Rüsten, Reinigung und Pausen getrennt von echten Ausfällen, damit die Verfügbarkeit korrekt berechnet wird.
- Erfassung von Kurzstopps — eine einstellbare Mindestdauer, damit Kurzstopps gezählt statt ignoriert werden.
- Pareto-Analyse — die größten Zeitfresser je Maschine, Linie und Schicht.
- Alarmierung — Instandhaltung oder Schichtleitung werden benachrichtigt, wenn eine Maschine zu lange steht.
- Verknüpfung mit OEE — Stillstände fließen direkt in die Verfügbarkeit, sodass sich jeder OEE-Einbruch auf den verursachenden Stopp zurückführen lässt.
Möglichkeiten der Stillstandserfassung im Vergleich
| Variante | Papier / Excel | CMMS | MES-Modul | Spezialisierte Software (Edge/Cloud) |
|---|---|---|---|---|
| Was erfasst wird | Stopps, an die sich Bediener erinnern | Stopps, die zum Wartungsauftrag werden | Abhängig von der Integration | Jeder Stopp, automatisch |
| Kurzstopps | Fehlen | Fehlen | Teilweise | Erfasst |
| Einführungsaufwand | Gering | Mittel | Hoch — IT-Projekt | Gering bis mittel |
| Typisches Kostenmodell | Kostenlos, kostet aber Arbeitszeit | Pro Benutzer | Lizenz + Integration | Pro Maschine/Monat |
Ein Instandhaltungssystem (CMMS) wird oft mit Stillstandserfassung verwechselt. Es verwaltet Wartungsaufträge und Ersatzteile — und erfährt von einem Stillstand erst, wenn jemand einen Auftrag anlegt. Rüstvorgänge, Materialmangel und Kurzstopps kommen dort nie an. Viele Betriebe nutzen beides: Die Stillstandsdaten zeigen, wo die Verluste liegen, das CMMS organisiert die Reparatur.
Was kostet Software zur Stillstandserfassung?
Stillstandsmodule als Teil eines MES liegen meist im fünf- bis sechsstelligen Bereich, inklusive Lizenzen und Integration. Spezialisierte Edge- oder Cloud-Software rechnet meist pro Maschine und Monat ab, oft ohne große Einmalinvestition — dazu kommt ein überschaubarer Fixbetrag pro Maschine für die Anbindungshardware. Für einen fairen Vergleich rechnen Sie die Stunden dazu, die Ihr Team heute mit dem Führen und Abtippen manueller Protokolle verbringt.
Automatische Stillstandserfassung live sehen
Testen Sie die kostenlose Online-Demo — jeder Stopp erkannt, jeder Grund einen Klick entfernt.
KOSTENLOSE DEMO TESTENWorauf sollten Sie bei der Auswahl achten?
- Wie werden Stopps erkannt? — Am Maschinensignal, oder drückt noch jemand einen Knopf? Nur Ersteres liefert vollständige Daten.
- Sind ältere Maschinen abgedeckt? — Achten Sie auf Retrofit-Sensorik, nicht nur auf moderne SPS-Protokolle. Mehr dazu im Use Case Maschinen-Monitoring.
- Wie lange dauert eine Grundeingabe? — Testen Sie es an der Maschine, mit Handschuhen. Sekunden, nicht Minuten.
- Lassen sich die Stillstandsgründe anpassen? — Ihre Kategorien, Ihre Sprache, ohne Change Request beim Anbieter.
- Ist OEE inklusive? — Stillstand ist ein Drittel der OEE. Software, die auch Leistung und Qualität berechnet, erspart ein zweites System. Siehe OEE-Software.
- Können Sie mit einer Maschine starten? — Erst ein Pilot, dann die Linie, dann weitere Standorte.
hopit Manufacturing als Software zur Stillstandserfassung
In hopit Manufacturing erkennt die Maschine jeden Stopp selbst — angebunden über das hopit Edge-Gateway per OPC UA, Modbus, Siemens S7, Sinumerik, TwinCAT, FANUC oder MQTT, oder mit Retrofit-Sensorik an älteren Maschinen. Steht eine Maschine, wird der Bediener nach dem Grund gefragt und wählt ihn in Sekunden aus. Stillstand nach Grund, Schichtauswertungen und Live-OEE entstehen aus denselben Daten.